Auch im Winter gilt: Im Kleingarten gibt es immer etwas zu tun ;-) !

Uih, mein letztes posting ist eindeutig zu lange her! Und ich bin nicht einmal dazu gekommen, bei den Bloggerkollegen vorbeizuschauen. Das wird sich nun wieder ändern!  

Ich habe aber auch ein ganzes Bündel guter Gründe für die Blog-Abstinenz zuletzt vorzuweisen: 

Erstens engagieren Lieblingsgärtner und ich uns seit Januar mit im Kleingartenverein, was schon in der Vorsaison Planungsarbeit und Absprachen nötig macht. Auch Aushänge und eine homepage schreiben sich nicht von allein. 

Zweitens habe ich  "eine Art Projekt-Patenschaft" für einen verwilderten und vermüllten Kleingarten übernommen. Es ist wichtig, dort jetzt, wo ich noch etwas mehr Zeit habe, ein wenig "Grund" rein zu bekommen. Und da man schon kleine Erfolge sieht, macht die Arbeit Spaß! Wenn mich - und Lieblingsgärtner, der mich zeitweilig unterstütz- nicht gerade, eine ältere, liebenswürdige Dame auf samtenen Pfoten vom Müllräumen, Baum- und Strauchschnitt abhält ...

Rothaarige Katze Lotti beim Kuscheln
"Kuscheln ist sooo schön - noch dazu auf einem warmen, menschlichen Kissen..."

Ist sie nicht süß?! Sie hat Unterschlupf, liebenswürdige Betreuer, die sich bisher für Futter und medizinische Versorgung sorgen. Wir haben über eine Adoption gesprochen, und eventuell können wir sie im Frühjahr von einem Umzug in unseren Garten überzeugen?

Davon und von der Projekt-Patenschaft für den Garten werde ich ein anderes Mal erzählen... 

Der dritte Grund dafür, dass ich nicht zum Bloggen kam, ist im eigenen Garten zu finden: Auch hier fiel trotz Winterzeit eine Menge Arbeit an!

 

So kämpfen wir im Apfelgarten immer noch mit den zahlreichen "Sünden der Vorgänger" :  Wieder einmal musste ein Sprinter bis oben hin mit Bauschutt, Altholz, kaputten Solarpaneelen, und vor allem in Säcke gestopfte Dämmwolle *bäh* von uns gefüllt und zur Deponie gebracht werden. 

Dies ist nicht der Dachdecker, sondern Lieblingsgärtner beim Abriss des Schuppens ...
Dies ist nicht der Dachdecker, sondern Lieblingsgärtner beim Abriss des Schuppens ...

Ferner musste der Dachdecker kommen: Kleingärtner sind - bis auf die Regel bestätigende Ausnahmen - geübt im "Basteln" und sehr "selbstbewusst", was dies anbelangt. Es ist auch sehr sinnvol, so Geld zu sparen und umweltfreundlich alte Materialien wiederzuverwenden. A b e r irgendwann ermüdet auch das geeignetste Ausgangsmaterial und  z.B. Tischlern oder Dachdecken sind nicht ohne Grund Lehrberufe. Jedenfalls haben die Erbauer unserer Apfelhütte nicht darauf aufgepasst, Wasser aus der Regenrinne vernünftig abzuleiten. So kam es, dass dieses zunehmend in das Holz des Vordachs lief. Das Holz faulte. Da wir ungern eines Tages davon erschlagen werden wollten, musste es weg. Und man kam nicht umhin, dass Dach zu verkürzen.

Zum Glück ist der Dachdecker, der uns schon mit dem Dach der pinken Hütte weiterhalf, ein angenehmer Mensch: Er kann seine Arbeitsweise auch Laien genau schildern, kalkuliert vernünftig, verwendet in Absprache auch mal altes Material und macht moderate Preise. Damit er überhaupt seine Arbeit tun konnte, musste auch ein Schuppenanbau (Foto oben: der helle Holzanbau links im Bild) weichen. Er war so unglücklich an das Dach gebastelt, dass er einerseits stetig gegen dieses drückte und man andererseits die Regenrinne nicht erreichen konnte. 

Zudem war er zu groß: Gemeinsam mit der Hütte wurden die erlaubten, überbauten 24 qm im Kleingarten locker überschritten. 

Und so blieb uns nichts anderes übrig, als den Schuppen abzureißen und das ganze Holz wegzubringen. Das war ein bisschen schade, aber der Schuppen war sowieso über und über mit Mäuseschiete geschmückt: Die Vorgänger hatten Rasensaat auf den Boden des unten nicht abschließenden Schuppens gestellt, was zu wahren Mäusepartys darin geführt haben muss *puh*. 

Tja, nicht gerade eine Freude so etwas abzureißen, die Bretter zu stapeln und dann auch noch wegzubringen. 

Aber es musste sein. 

Und ist schön, dass wieder eine notwendige Arbeit erledigt ist.

Wahrhaft befreiend wird es sich aber erst anfühlen, wenn wir auch den letzten Haufen zum Sperrmüll und zur Deponie gebracht haben. 

Ein älteres Foto vom nun überwiegend entsorgten Haufen: Stellt euch insgesamt die doppelte Menge vor.
Ein älteres Foto vom nun überwiegend entsorgten Haufen: Stellt euch insgesamt die doppelte Menge vor.

Nun noch etwas Nettes: Ich wollte schon lange eine Beetabgrenzung für das neue Gemüsebeet im Apfelgarten anfertigen. Aber während die eine von zwei Weiden im Herzgarten sich nicht fürs Flechten eignet, hat die andere dieses Jahr zuwenig Zweige angesetzt. 

Ich wollte vermeiden, im Internet von weither Zweige zu bestellen. Es müssten doch in dieser Jahreszeit irgendwo beim Schnitt Zweige anfallen, die niemand verwendet? 

Daher schickte ich einer ehemalige Mitschülerin meines Abijahrgangs eine E-Mail. Sie arbeitet inzwischen als Korbflechterin, und ich hatte die Hoffnung, auf einen Tipp, wo wir einen guten Arm voll Weidenzweige bekommen konnten. Freundlicherweise sagte sie, auf einem Gut auf dem Land würden gerade Weiden geschnitten, und es läge dort noch hinreichend Schnittgut. 

Am Tag nach dem Müll-Abtransport machten wir uns - noch immer leicht erschöpft - auf den Weg aufs Land ... 

Und durften hier in Absprache mit Mitarbeitern des Guts eine tolle Ausbeute mit nach Hause, also in den Kleingarten ;-), bringen. Da hier noch starker Nachtfrost herrscht, konnte ich die frischen Zweige leider nicht in den Wassertonnen, nur auf dem Rasen lagern. 

Ein großes Bündel Weidenruten liegt auf dem Rasen

Genauso eine Abgrenzung wie hier, an der Wasserstelle im Apfelgarten, soll wieder entstehen ...

Flechtzäunchen aus Weide

Schon seit 2 Wochen möchte ich mit dem Flechten endlich loslegen, aber der Boden ist immer noch tiefgefroren. Und - wie ich gelesen habe - ändert sich das so bald nicht: Der Wetterbericht für die nächsten Wochen verspricht, dass ganz Deutschland noch einmal so richtig tiefgekühlt wird! 

Also, Ihr Lieben, haltet Euch warm mit sonnigen Gedanken an das Frühjahr und die ersten Blüher! Bis nächste Woche :-) 

liebe Grüße, 

Corinna

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Kommentare: 3
  • #1

    Elke Schwarzer (Donnerstag, 22 Februar 2018 18:29)

    Hallo Corinna,
    also, Katzenkuscheln ist eine absolut wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeit, vor allem bei so einem netten Exemplar. Ich müsste auch noch soviel machen, aber es ist immer so kalt...
    VG
    Elke

  • #2

    kleiner-staudengarten (Donnerstag, 22 Februar 2018 20:08)

    Hallo Corinna,
    die Samtpfote genießt eure Kuscheleinheiten ja so richtig...da drück ich die Daumen, dass sie sich bei euch im Kleingarten so richtig wohl fühlt und dort niederlässt.
    Lieben Gruß, Marita

  • #3

    Carla (Sonntag, 25 Februar 2018 21:05)

    Hallo liebe Corinna, ich finde diese geflochtenen Zäune so wunderschön, hast Du dafür eine Anleitung? Sieht nicht ganz einfach aus... Vielleicht könnt ihr die Samtpfote mit dem Job der Mäusepolizei überreden?
    Herzliche Grüße, Carla