Mein Garten ist mein Paradies - Über'nZaungucker willkommen ...☺

Als ich neulich auf der Gartenbank saß, vom Jäten verschwitzt einen Schluck Wasser trank und überlegte, was ich mit den gerade  im Boden gefundenen, gefräßigen Maikäferlarven tun sollte, sprach mich eine Frau mittleren Alters an.

Sie habe auf Ebay gelesen, in unserer Kolonie sei einer der Gärten zu vergeben. "Ich will mir schon lange einen Kleingarten kaufen, und mir diesen nun ansehen. Wissen Sie, wo der hier in der Kolonie ist?" 

Bei über 200 Gärten hatte ich keine Idee, wo der gesuchte Garten zu finden wäre. Daher gab ich nur den Tip, zur Sprechstunde den Vorstand zu fragen.

 

Hinterher überlegte ich, welche Kleinigkeit mich an der harmlosen und nett gestellten Frage der Frau  gestört hatte.

Richtig, es war das "Kleingarten ... k a u f e n".

Vielleicht hätte ich gleich sagen sollen, dass man einen Kleingarten nicht "kaufen" kann wie ein Brötchen beim Bäcker (?). Aber ich wollte gegenüber einer möglichen neuen  Gartenfreundin nicht unfreundlich scheinen und so schreibe ich lieber hier darüber  ... ☺.

 

"Das ist mein Kleingarten. Den habe ich für 200 Euro gekauft und damit mache ich, was ich will."

An diesem Satz, den ich ab und an von Gartenfreunden höre, ist bei Licht besehen, einiges falsch.

Wir alle haben - so sehr wir "u n s e r e" Gärten lieben - diese nicht gekauft, nur gepachtet, auf hoffentlich laaange Zeit. 😕

Auch wenn sich langjährige Pacht wie Kaufen anfühlt: Das Eigentum am Garten geht eben n i c h t über - nur der Besitz. Ich darf zwar im Gegensatz zur Miete  "Früchte ziehen", aber nicht alles nach Belieben mit dem Garten machen. Das sauber zu unterscheiden, ist keine öde  Wortklauberei, echt nicht😉, sondern einfach wichtig, wenn man verstehen will, was Kleingärtnern eigentlich ausmacht.


Die Jahreskosten für einen klassischen Kleingarten - mit Pacht, Wasser, Strom, Versicherung, Vereinsbeitrag -hängen von Faktoren wie Region, Lage, Angebot ab: Im Durchschnitt ist mit rund  200 Euro zu rechnen. Hinzu kommt je nach Wert eines Gartens ein einmaliger Abstand. Er kann bei oller Hütte und hoffnungslos verwildertem Garten 0 Euro - bei toller Hütte und tollen Pflanzen mehrere 1000,-Euro betragen.

Im Vergleich gesehen ist der tatsächliche Kauf oder auch nur die private Pacht einer Gartenfläche überall meist wesentlich teurer.

 

Daher ist es nur logisch und fair, wenn mich dafür, dass ich auf einem Stück Land quasi Dank öffentlicher Unterstützung günstig gärtnern und Natur genießen kann, im Gegenzug auch ein paar     Pflichten treffen, oder?


Ich darf - nur ein Beispiel -  im eigenen, nachbarlichen oder im Interesse des Nachfolgers keinen alles verschattenden Riesenbaum pflanzen - so schön dieser auch wäre *seufz*. Und eigentlich ist es auch einsichtig, dass etwa für eine gute Birnenernte auf bestimmte, den Birnengitterost bewirtende Wacholder (Juniperus chinensis) zu verzichten ist. Es gibt im riesigen Pflanzenreich immer  Alternativen. 


Klar ist, dass ich neben allem Grillen und Chillen mein Stückchen Grün zumindest ein wenig begärtnere: also etwas anpflanze und pflege, was ich esse oder was den Garten ziert. Es sollte auch selbstverständlich sein, dass ich den Garten nicht als Müllhalde nutze und auch  potentielle Nachfolger damit beglücke. 

Wir haben Gemeinschaftsarbeit zu leisten, um dafür zu sorgen, dass Flächen und Einrichtungen des Vereins unterhalten werden. 

Dazu gehört, das Stück Gehweg vorm Zaun mit Arbeitsaufwand freizuhalten. Ferner ist es doch selbstverständlich, mal einen von nebenan auf den Weg gefallenen Ast oder ein  achtlos hingeworfenes Stück Müll aufzusammeln? Und zwar auch dann, wenn keiner hinguckt 😉...


Zu guter letzt - das ist eine  Pflicht, die gern verdrängt wird - hat man als Kleingärtner auch etwas "Einblick" in seinen Garten zu gewähren. Nee, nicht so erschrocken gucken! Ich meine natürlich nicht das Durchschleusen von Besucherscharen im Rahmen täglicher Führungen😃😉! Rückzugsmöglichkeiten im Garten sind nicht nur für Gartentiere sondern ebenso für uns Gartenmenschen existentiell wichtig. Dennoch, wenn 10 undurchdringliche  Flechtwände wie Barrikaden mitten in einem Garten stehen, und durchgängig riesige Sträucher die in den Himmel wachsende Hecke bei der totalen Abschottung unterstützen, dann ... dann läuft's ein bisschen falsch. Erholungswillige große und kleine Spaziergänger sollen nicht wie durch einen grünen Heckentunnel durch die Kolonie geschleust werden, sondern über Zaun und Hecke in unsere Gärten linsen dürfen. 


Das war und ist allerhand, oder?!

 

So, liebe kaufwillige, angehende Kleingärtnerin, vielleicht hast Du das zufällig gelesen und magst immer noch einen Kleingarten ... pachten?! 😉

Hast Du tatsächlich Lust auf Kleingärtnerei und damit auf schmutzige Fingernägel, eigenes, von Schnecken vorab probiertes Biogemüse, laue und eisige Gartenabende,  wundervolle Blütenpracht und puderigen Mehltau, liebliches Vogelzwitschern sowie  dröhnendes Rasenmäher-, Betonmischer- oder Laubpustergeräusch, wenn Du gerade ein Schläfchen halten willst?

Du liebst es bei der Gemeinschaftsarbeit im strömenden Mairegen Löcher zu buddeln, Sand zu schaufeln, wilden Müll von A nach B zu schleppen?

Du magst die im Herbst zusammenzufegenden Berge von buntem Laub, freust Dich auf die leckersten Äpfel der Welt garniert mit Schorf und auf stetige unerwartete Begegnungen mit einem großen Teil der vielfältigen Fauna in unserem Land? 

Du hast Freude am Umgang mit supernetten sowie verhaltensoriginellen Gartenfreunden und Nachbarn, mit freundlichen aber auch mit ein paar Spaziergängern, die Dich als Teil der Kleingärterspezies stumm und  skeptisch und begucken wie ein seltenes Tier im  Zoo?!

 

Echt ???

Du nickst immer noch willig, und ich sehe keine Staubwolke von Deinem eiligen Entschwinden???

Herzlich willkommen !!!😃

Ich drücke fest die Daumen, dass Du einen Kleingarten in unserer Kolonie pachten kannst! Wir sehen uns. 🍀


lhr Lieben, Grüssis und noch eine schöne Restwoche! Nutzt alle gut die von den Wetterfröschen verkündete Rückkehr der Sonne fürs kostenloseTanken von wertvollem Vitamin D !


alles Liebe,

Corinna     

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Kommentare: 1
  • #1

    Elke Schwarzer (Freitag, 13 Oktober 2017 17:31)

    Besonders das mit der freien Einsicht liebe ich sehr an Schrebergärten und gehe gern dort spazieren. Natürlich weiß ich nicht, wie es wäre, wenn man in diesem Garten sitzen würde. Aber anscheinend kommen die Leute so ins Gespräch, das merkt man immer beim Flanieren.
    VG
    Elke