Gartenimpressionen im April

Gartenfreunde wissen es: Dieser warme April fühlt und guckt sich viel eher an wie der Mai!

Kommt mit auf einen Streifzug durch den kleinen Garten! 

Ich werde immer mehr Fan der guten, alten Schleifenblume! Anspruchslos, zuverlässig, immergrün, bodendeckend. Toll.
Ich werde immer mehr Fan der guten, alten Schleifenblume! Anspruchslos, zuverlässig, immergrün, bodendeckend. Toll.
Auf diesem Beet um das leider von Gitterrost geschwächte Birnchen Dr. Joaquina gedieh nix. Nacheinander probierten wir aus: Heide, Ilex crenata, Heiligenkraut. Alle sahen so unzufrieden aus, dass auch wir es waren. Selbst die ewig munteren Hornveilchen mäkelten am Standort. Die Schleifenblume hingegen beschwert sich nicht, sondern macht einen guten Job!
Auf diesem Beet um das leider von Gitterrost geschwächte Birnchen Dr. Joaquina gedieh nix. Nacheinander probierten wir aus: Heide, Ilex crenata, Heiligenkraut. Alle sahen so unzufrieden aus, dass auch wir es waren. Selbst die ewig munteren Hornveilchen mäkelten am Standort. Die Schleifenblume hingegen beschwert sich nicht, sondern macht einen guten Job!
Hasenglöckchen - Symbol der Unbeschwertheit des Frühlings
Hasenglöckchen - Symbol der Unbeschwertheit des Frühlings
Diese 2 finden den niedrigen Staudenphlox, Phlox subulata, zum Knutschen schön, ...
Diese 2 finden den niedrigen Staudenphlox, Phlox subulata, zum Knutschen schön, ...
... und jene hier verleitet er sogar zum Träumen😉!
... und jene hier verleitet er sogar zum Träumen😉!
Immer eine Frühlingsschau: die hohen Buschwindröschen! Anspruchslos und trockenheitsresistent. Aber Vorsicht, es sind zähe kleine Biester, die sich auch bis in den Rasen hinein ausbreiten können.
Immer eine Frühlingsschau: die hohen Buschwindröschen! Anspruchslos und trockenheitsresistent. Aber Vorsicht, es sind zähe kleine Biester, die sich auch bis in den Rasen hinein ausbreiten können.
Platz für Selbstversäer und attraktives Wildkraut lasse ich immer auf dem Graswall. Hier wachsen neue und letztjährige Vergissmeinicht, Habichtskraut, eine verirrte Pfingstrose und ab und an schießt eine Nachtkerze aus dem Boden.
Platz für Selbstversäer und attraktives Wildkraut lasse ich immer auf dem Graswall. Hier wachsen neue und letztjährige Vergissmeinicht, Habichtskraut, eine verirrte Pfingstrose und ab und an schießt eine Nachtkerze aus dem Boden.
Echter Palmkohl: Er blüht seit Wochen und nährt diverse Insekten.
Echter Palmkohl: Er blüht seit Wochen und nährt diverse Insekten.

Für Garten-und Pflanzenbegeisterte ist dieser Frühling schön und schwierig zugleich: So geniales Gartenwetter und immer viel zu wenig Zeit!

Herrlich, dass morgen der 1.Mai ist und soviel e von uns einen freien Gartentag in Aussicht haben!

Meine neuen Buddel-" und Beetpläne, die langen für 3 Wochen! Und was plant  I h r? 🙂

Liebe Grüße und genießt die Natur morgen! 


3 Kommentare

Vom Apfelbaumveredeln (Teil 2) - die regionale Suche nach einem Veredelungsmesser

Der Veredelungskurs, von dem ich Euch erzählte, hat mich Blut lecken lassen.
Erst das Blut am eigenen Daumen bei den ersten Schnittversuchen und dann in dem Sinne, dass ich mir ein eigenes Veredelungsmesser für weiteres Üben und Veredeln wünschte. 

Es gibt x Methoden des Veredeln - besonders oft wird die der Okulation, des Anplatten und die der Kopulation verwendet. Letztere hatten wir im Kurs erlernt, also wollte ich gern ein Kopuliermesser haben. 


Wenn möglich unterstütze ich den Einzelhandel vor Ort. Denn im Netz bestellen kann jeder - die detektivische  Kunst liegt im regionalen Kauf.

An vier Wochentagen komme ich derzeit an einem großen Gartenmarkt vorbei. Das Messer einfach telefonisch zurücklegenlassen, 

es nach der Arbeit abholen, fertig! 

So stellte ich mir das vor. 🙂


Also zum Hörer gegriffen...

"Guten Tag, haben Sie Kopuliermesser da?“
"Was, bitte?! " Die weibliche Stimme am anderen Ende klingt robust aber irritiert.
"Ein Messer für die  Obstbaumveredelung!“
Es wird nachgedacht, beim Kollegen, der im Hintergrund wohl etwas mehr weiß, Rat geholt. Was es denn genau für ein Veredelungsmesser sein soll?
"Ein Kopuliermesser.“
"Sie meinen ein Okuliermesser!"
Frisch gebrieft durch den Kollegen klingt die Stimme plötzlich s e h r selbstbewusst.
Nein, sage ich, nicht Okulier, sondern Kopulier....
"Das gibt es nicht!"
"Doch. "
"Sicher?"
"Ja, sicher."
“Also wir haben zum Veredeln eine Hippe und ein O k u l i e r messer!“
Die Stimme betont jeden verdammten Buchstaben, als ob sie zu einem  Kleinkind spräche.
In der Stimme schwingt ebenfalls mit, dass es etwas anderes außerhalb des örtlichen Bestands des Gartenmarkts mit grünem Logo auch niemals geben könne.
Nicht verunsichern lassen, Angriff:
" Sind denn Ihre Kopuliermesser nur aus oder haben Sie gar keine im Angebot? “
Nun ist die  S t i m m e ungeduldig.
"Also wie heisst das jetzt? Kokuliermesser?“
Messerscharf von Okulier auf Kokulier geschlossen, denke ich und habe allmählich Spaß an dem Gespräch.
"N e i n! Kopulier!"
“Buchstabieren Sie mal... "
"Klar doch: K wie Korb, o wie Obst, p wie Prunus, u wie ...“
“Kopulier! Moment,... er lädt.......Ahh!
Das haben wir im Onlineshop."
Irgendwie klingt sie jetzt wie:
Wusste ichs doch!
oder: Hab ich doch gleich gesagt!
Ich komme aus einer Familie mit vielen Lehrern.

Nur das erklärt, warum ein Teil in mir vom Lernerfolg der Dame angetan ist, obwohl ich immer noch kein regional erworbenes Messer in Aussicht habe.


Aber die Sache ist spannend, ich hab 1 Stündchen Zeit, Aufgeben gildet nicht.

Es folgen zwei erfolglose Anrufe bei weiteren Baumärkten. Dann rufe ich im Baumarkt mit der größten Garten Abteilung an. Der Mitarbeiter hat mal dunkel das Wort Veredeln gehört: "So mit Rosen, oder? "
Ich erkläre das Veredeln in Kürze (der Seminarleiter wäre endlich stolz) und auch, was ich genau suche.
Nein, Messer haben sie g a r  nicht.
Aber der K-Markt als Gartenspezialist, der bestimmt!

Der Tipp leuchtet ein, immerhin kann man da im Frühjahr seine Gartenschere schleifen lassen.
Aber ich rufe nicht den nächst gelegenen an - da ist immer so ein lustiger Vogel am Telefon, witzig aber wenig hilfreich.
Also die etwas entferntere Filiale.
Und ich  bin noch  schlauer und spreche am Telefon neutral erstmal nur vom "Veredelungsmesser".
"Was für'n Ding? Wie heißt das genau?!" trompetet es am anderen Leitungsende fröhlich.
Mir schwant böses, dennoch seufze ich "Kopuliermesser".
Und tatsächlich: Er lacht schallend und wiederholt mehrmals glücklich das Wort.
Nee, das hätten sie nicht.
Inzwischen habe ich die vertraute Stimme erkannt, und die Ahnung bestätigt sich, als er sagt: "Auch nicht in der Filiale in H., da habe ich nämlich bis Januar noch gearbeitet."
Dann besinnt er sich ein wenig  auf seine Professionalität, und googelt glucksend nach dem Messer in weiteren  Filialen.
Nee, haha, da auch nicht.
"Aber versuchen Sie es mal bei Firma M.!"

Firma M.? Es wäre mir als letztes eingefallen, dieses Hochglanzpflanzenkaufhaus anzurufen.
Aber o. K., es ist groß, vielleicht ja auch die Auswahl?!


Oh jee, denke ich 1 Minute später, das war doch keine gute Wahl:
Die  Dame der Telefoninfo schweigt auf meine Frage  und prüft wohl still für sich in 5 Sekunden, ob auch Frauen obszöne Anrufe machen.
"Kopu... viermesser?" wiederholt sie nun zögernd, in der Hoffnung, sich verhört zu haben.
Nein, nur eines, denke ich und wiederhole starrsinnig , wie es richtig heisst.
2 weitere Mitarbeiter in der Telefonweiterreichung später lande ich - eingestuft als komplizierter, ominöser Fall - beim Chef.
" Kopuliermesser, klar!"
Ich fass es nicht! Er kennts. Augenblicklich werde ich Fan des Ladens. Und dieses fachkundigen Menschen.
Hoffnung!
"... Klar, aber haben wir nicht mehr!"
Hoffnung kaputt!
"F r ü h e r hatten wir die, aber sie wurden immer so oft  geklaut. Daher hatten wir sie dann später nicht mehr in der Auslage. Nur auf Nachfrage.
Und als die Leute sie nicht mehr sahen, wurden sie natürlich g a r  nicht mehr gekauft.
Und das Veredeln macht ja heute auch kaum einer mehr. "
Das stimmt. Aber es ist auch kein Wunder, wenn die Messer so schwer zu bekommen sind, denke ich. 


Noch einmal g a n z neu gedacht und ein auf Rasierer und Messer spezialisiertes, angesehenes Fachgeschäft angerufen.
Die Seniorchefin ist am Telefon.
Ganz still wird es wieder in der Leitung, nachdem ich nach einem Kopuliermesser gefragt habe. Man hört förmlich das Ratten der Denkräder und das verzweifelte Entscheidungtreffen: Ist das ein Scherzanruf - ja oder nein?
Lieblingsgärtner, der dieses letzte Telefonat mit an-  und der Dame Denkräder genauso rattern hört, beisst in seinen Schal, um nicht zu lachen.
Am Ende der 10 Sekunden Stille fällt ihre Entscheidung auf "jein": "Ich hole mal meinen Sohn, der weiß das eher einzuordnen."
Sohn, Chef des Ladens, ist ebenso ahnungslos, was ein Kopuliermesser sein soll,  gibt das aber offen zu, ist sehr freundlich und sehr  bemüht.
Da er definitiv ein Gärtnermesser da hat, verabreden wir, er möge in Ruhe seine Bestände nach dem Kopuliermesser durchforsten.
Später habe ich einen Anruf auf dem AB, er glaube, er habe tatsächlich zwei Modelle da.


O. K., morgen schaue ich endlich hoffnungsvoll in seinem Laden vorbei.
Die Telefonrallye war lustig - notfalls bleibt mir das Bestellen mit dem guten alten Internet 🙂....

Vom Apfelbaumveredeln (Teil 1). ..

Neulich besuchte ich einen Kurs für das Veredeln von Obstbäumen. 

Wir Teilnehmer lernten, auf Sämlings- Unterlagen Edelreiser alter Sorten zu setzen. Diese Technik zu beherrschen ist prima, denn so kann man sich - angepasst an Standort, Platz, Boden - sein eigenes Wunschbäumchen mit Wunschsorte kreieren. Und nebenbei auch einen Beitrag zum Erhalt der Sortenvielfalt leisten. 

Edelreiser mit alten Sorten
Edelreiser mit alten Sorten

Es gibt diverse Methoden der Veredelung: Die gängigsten sind wohl Kopulation, Okulation, Anplatten. Erstere lernten wir im Kurs näher kennen. Und nach kurzer theoretischer Einführung durften wir uns selbst an Reiser und Unterlagen wagen. 


Vor Kursbeginn hielt ich mich als geübte Hobbybastlerin für taktil geschickt. 

Aber der diagonale, glatte, genau gleiche Schnitt mit dem speziellen Kopuliermesser  an Unterlage und  Reis, der beim Kursleiter so mühelos ausgesehen hatte, entpuppte sich als tricky.


Das Ganze wurde nicht dadurch besser, dass Lieblingsgärtner, mein Mann, ebenfalls teilnahm. 

Zwei Perfektionisten, Feuerzeichen, die sich wetteifernd an einer neuen Tätigkeit erproben, die nicht gleich klappen will: Das wird laut! Zumal, wenn einer von dem dummen Dauersturmwetter noch Migräne und eine entsprechend niedrige Reizschwelle hat. 


Vorsorglich separierten wir uns daher beim Schnitzen etwas von den anderen. Und suchten uns um die Ecke des Unterstands, unter dem der Kurs stattfand, ein Plätzchen unter freiem Himmel. 

Aber die mitleidigen Blicke, als wir neues Reisermaterial holten, verrieten, dass die anderen Teilnehmer uns zwar um die Ecke des Unterstands nicht sehen, wohl aber fluchen hören konnten.


Der Kursleiter, ein Biologe und Pomologe, hatte es gut erklärt und gezeigt. Ihm war leider keine Schuld für unsere untauglichen Erstschnitzereien zu geben. Und dem vermeintlich stumpfen Messer nur so lange, bis ich mir leicht in den Daumen und Lieblingsgärtner sich erfolgreich in die Jacke schnitt.


Hoffnungsvoll zeigte ich irgendwann dem Kursleiter mein Werk. Der zog die Augenbrauen hoch. Und leider nicht vor Erstaunen über den begnadeten Schnitt.
Also nochmal neu.
Endlich aber bestanden Reis und Unterlage den Kompatibilität-TÜV.


Nach einigen Verwicklungen war auch das Verbindungsgummi mehr oder weniger angebracht. Mit Wachs wurde dessen Kruckeligkeit kaschiert.


Am Ende guckten wir zweifelnd auf unsere  produzierten, zu Hause in Töpfchen gepflanzt en und an die schützende Hauswand gestellten Bäumchen - ein Prinzenapfel und ein Celler Dickstiel. Wir wünschten ihnen still s e h r viel Wuchskraft im Kambium. Sie werden es  nötig haben ...

In der nächsten Woche werde ich Euch berichten, wie es ist, sich im regionalen Einzelhandel auf die Suche nach einem Veredelungswerkzeug zu begeben..


Bis dann, habt ein edles Wochenende und liebe Grüße,


Corinna

2 Kommentare

Ich bedanke mich bei Euch allen ganz herzlich für den treuen Besuch bei Kleingartenplausch in 2017 und freue mich schon sehr auf das Gartenjahr 2018!

Habt einen guten Rutsch und einen möglichst gesunden, sonnigen und glücklichen Start ins neue Jahr!

Alles Liebe,

Corinna